Abschied vom Siegertreppchen

Ein Platz unter den ersten Drei der Kreisliga B1 ist für unsere Erste Mannschaft nach der 1:2 (1:1)-Niederlage bei der SG Preußen Gladbeck II kaum noch möglich. Die Reiprich-Elf konnte am Sonntag den Ausfall wichtiger Leistungsträger kaum kompensieren, verlor aber dennoch nur aufgrund katastrophaler Patzer in der Hintermannschaft.

Kreisliga B1, 26. Spieltag

SG Preußen Gladbeck II - TSV 2:1 (1:1)

Keine Frage: Ohne den noch zwei weitere Spiele gesperrten Tim Hemming und der kompletten Doppelsechs Stefan Grewer und Martin Risthaus war es für unsere Erste am Sonntag schwierig, eine Spitzenleistung bei den starken Preußen – immerhin 2. der Rückrundentabelle! – abzuliefern. Aber wenn wir ehrlich sind: Geschlagen haben wir uns am Gladbecker Jahnplatz im Endeffekt selbst. Dabei kamen wir ganz flott rein ins Match, trotz der hochsommerlichen Temperaturen. Belohnt wurde unser anfängliches Engagement mit einem wunderbaren Törchen von Manuel Manuelyan, der das Leder maßgenau mit dem Außenrist flach ins lange Eck streichelte (20.).

Doch so gut wir starteten, so stark bauten wir mit zunehmender Spieldauer ab. Da waren Parallelen zum letzten Auswärtsspiel in Grafenwald erkennbar, als wir auch nach einer Führung viel zu wenig investierten und bestraft wurden. Nicht anders sollte es uns bei den Preußen ergehen, die unsere mittlerweile wohl ligaweit bekannte Standardschwäche noch vor dem Seitenwechsel zum Ausgleich nutzten: Ein Freistoß aus dem Halbfeld landet am Elfmeterpunkt, dort konnten sich gleich zwei Spieler der Gastgeber ohne Bewachung den späteren Torschützen aussuchen. Man einigte sich offenbar auf Mark Schneider, der unhaltbar zum 1:1-Pausenstand verwandelte (35.).

Zur zweiten Hälfte brachte TSV-Coach Ralf Reiprich zwar mit Marc Gülker eine zweite Spitze – schließlich wollten wir gewinnen – doch im Vorwärtsgang befanden sich nur noch die in orange gekleideten Schwarz-Gelben aus Gladbeck. Jan Kaiser traf nur die Latte, kurz darauf verfehlte ein Teamkollege per Kopf den linken Torwinkel knapp. In dieser Phase hätten wir uns über den zweiten Gegentreffer nicht beschweren dürfen. Der fiel dann auch, allerdings zu einem Zeitpunkt, als wir die Ordnung auch durch die Einwechslung von Fabian Ebbing gerade wieder hergestellt wähnten. Und was war das für ein katastrophales Gegentor! Vor allem, weil es so einfach war. Preußen-Keeper Sadlowski schlug den Ball per Abschlag gaaaaaaaanz tieeeeeeeeeef in unsere Hälfte. Libero Martin Jungnickel unterschätze die Flugbahn des unbekannten Flugobjekts ebenso wie Schlussmann Dominic Sauer, der erst zögerte, dann über seine eigenen Füße stolperte. Slapstick pur. Preußen-Knipser Kaiser konnte sich ein Lachen gerade noch verkneifen, schoss stattdessen lieber den Ball ins leere Tor. 2:1.

Und trotzdem blieben uns noch 20 Minuten, um diesen größten anzunehmenden Betriebsunfall noch irgendwie zu korrigieren. Doch dafür waren wir leider zu harmlos. Die Flügel blieben lahm, der Weg durchs Zentrum war blockiert. Wenn mal was ging Richtung Preußen-Kasten, war es mehr dem Zufall geschuldet. So auch bei unserer letzten Chance, als Daniel Platzköster beinahe eine Flanke direkt in den hinteren Torwinkel gehoben hätte. Aber das Glück war an diesem Spieltag nicht auf unserer Seite. Stattdessen fielen wir durch unsere zweite Rückrundenniederlage auf Rang 5 zurück, wollen diese Spielzeit aber in den verbleibenden vier Partien ordentlich beenden. Drei Punkte gegen Alemannia Gladbeck (Pfingstmontag, 15 Uhr, Marienstraße) wären da äußerst hilfreich.

TSV: Sauer - Jungnickel - Platzköster, Meyza, Heisterkamp - H.Steinmann (65. Ebbing), Behrend (46. Gülker) - J.Steinmann, Manuelyan (80. Echterhoff), Kallinowski - Mitrovic

Tore: 0:1 Manuelyan (20.), 1:1 Schneider (35.), 2:1 Kaiser (70.)

 

D.S.

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