Wiedergutmachung geglückt

Beide TSV-Teams konnten sich am Sonntag für die bitteren Derby-Pleiten unter der Woche rehabilitieren. In der Kreisliga B kam unsere Erste Mannschaft zu einem verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg über die Reserve von RWW Bismarck. Zuvor gab es in der Begegnung unserer Zweiten gegen Genclerbirligi Resse II spektakuläre 90 Minuten zu bestaunen: Die Dieckmänner bogen einen 1:4-Rückstand noch um!

Kreisliga B1, 21. Spieltag

TSV – RWW Bismarck II 3:0 (1:0)

Verlorene Punkte bleiben verlorene Punkte. Und man kann sie sich auch nicht zurückholen. Dennoch stand unsere Begegnung gegen die wackeren Rot-Weißen aus Bismarck am Sonntag eindeutig unter der Maßgabe: Wiedergutmachung für das Desaster am Donnerstag bitteschön! Denn so desolat wie im Derby gegen Grafenwald (1:5) wollte und durfte sich der TSV nicht noch einmal präsentieren, schon gar nicht auf der eigenen Anlage. Personell nahm Cheftrainer Ralf Reiprich zwei Änderungen vor: Martin Jungnickel kehrte nach zwei Spielen Zwangspause in die Startelf zurück, auch Tim Hemming durfte erstmals seit seiner Genesung unter dem Motto „soweit die Füße tragen“ von Beginn an mitwirken.

Es dauerte jedoch, ehe die Gelb-Schwarzen gegen den Tabellen-10. den schweren Rucksack mit der Derby-Hypothek  ablegen konnten. Es lief bereits die 40. Minute in einer bis dahin unspektakulären Partie, als Daniel Platzköster die Vorarbeit von Marc Gülker mit einem trockenen Schuss an den Innenpfosten und zum 1:0 veredelte. Spielerisch ging zuvor nicht viel bei unserer Mannschaft, die sich aber in die Partie förmlich hineingebissen hatte und deswegen verdient zur Pause knapp in Führung lag. Zumal das Team aus Bismarck an diesem Tag offensiv über weite Strecken viel zu harmlos war.

In den zweiten 45 Minuten war das Spiel für den neutralen Zuschauer – sollte es die gegeben haben – nur unwesentlich schöner anzuschauen. Beide Mannschaften hatten ihre liebe Mühe, das Spielgerät mal über drei, vier Stationen laufen zu lassen. Doch mit zunehmender Spieldauer profitierte unser TSV von der gesteigerten Risikobereitschaft der Gäste-Elf, die in der Defensive Räume preisgaben. Benno Mitrovic verpasste zweimal das vorentscheidende 2:0, ehe Christian Kulik nach toller Flanke von Gülker per Kopf zur Stelle war (75.). Kein Aufbäumen mehr von Bismarck, stattdessen das 3:0 in der Nachspielzeit durch Mitrovic, der die Vorlage von Pyrzakowski aus einem Meter nur noch über die Linie drücken musste (90.+2).

Wiedergutmachung geglückt also. Ob wir aber auch in der Lage sind, mal wieder gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel zu punkten, werden die kommenden beiden Wochen zeigen: Am kommenden Sonntag spielen wir bei Preußen Gladbeck II vor und am 28. April ist der VfB Kirchhellen II zum nächsten Dorf-Derby an der Marienstraße zu Gast.

TSV: Sauer - Jungnickel - Platzköster, Ebbing (46. Meyza), Pyrzakowski - Grewer, Schneider - Gülker, Mitrovic, Hemming (76. Kallinowski) - Kulik (76. Echterhoff)

Tore: 1:0 Daniel Platzköster (40.), 2:0 Christian Kulik (75.), 3:0 Benjamin Mitrovic (90.+2)

Kreisliga C1, 21. Spieltag

TSV II - Genclerbirligi Resse II 5:4 (1:3)

Ganz großes Kino bei unserer Zweiten Mannschaft. Hitchcock pack‘ ein, hier kommt der TSV II! Doch zunächst sah es nach einem normalen Fußballspiel aus. Auch die Dieckmänner wollten sich nach dem 0:4 gegen Grafenwald mit einem Heimsieg rehabilitieren. Mit dem Schlusslicht aus Resse vor der Brust, schien die Gelegenheit günstig. Und als Niklas Hackbarth nach Vorlage von Telljohann das frühe 1:0 erzielen konnte, hätte wohl kaum jemand den nun folgenden dramatischen Spielverlauf für möglich gehalten.

Resse zeigte sich nämlich frecherweise total unbeeindruckt vom Gegentor. Da wurde schnörkellos dreimal aufs TSV-Tor geschossen, schon lagen die Gäste mit einer 3:1-Führung zur Pause vorne. Kurz nach Wiederanpfiff legte Genclerbirligi Treffer Nummer vier nach. Nur Verrückte hätte jetzt noch einen müden Cent auf unsere Zweite gesetzt. Doch dazu muss man wissen: Diese Mannschaft besteht nur aus Verrückten. Also ab dafür.

Patrick Lindmeyer knallt den Ball mit links volley aus 20 Metern ins Tor.

 

2:4.

 

Nach einer Ecke von Peter nickt Topfmeyer die Kugel ein.

 

3:4.

 

Dann wird Sven Peter kurz vor der Strafraumgrenze gefoult, legt sich den Ball zum Freistoß zurecht und zirkelt das gute Stück über die verdutzte

Mauer hinweg ins Torwarteck.

 

4:4!

 

Und noch zehn Minuten auf der Uhr.

 

Also: Langer Ball nach vorne, der aus dem Abseits kommende Josten greift nicht ins Spiel ein, dafür aber Jens Kahnert, der auf seinem gut 30 Meter langen Sprint Richtung Gäste-Tor wohl noch Zeit gehabt hätte, diesen kompletten Text zu lesen.

 

Oder ein Lied zu schreiben.

 

Ein Lied über Totgesagte, die immer länger leben.

 

Oder ein Gedicht.

 

Ein Gedicht über die Fußballweisheit, das ein Spiel immer 90 Minuten dauert und im Fußball ja sowieso alles, einfach alles möglich ist.

 

Doch Jens Kahnert steht nicht auf Lieder oder Lyrik.

 

Jens Kahnert schießt einfach das Tor.

 

Es ist das 5:4.

 

Der Rest ist Feldhausener Jubel. Und die Gewissheit, dass selbst diese schwierige Saison unglaublich schöne Momente für unsere Zweite bereit hält. Fußball, dafür lieben wir dich. Vom ganzen Herzen. Auch wenn du manchmal ein Arschloch bist.

TSV II: Bos, Deffner, Droste (46. Topfmeyer), Droese (46. Häde), Reimann, Lindmeyer, Kahnert, Telljohann, Hackbarth, Peter, Josten

TSV-Tore: Niklas Hackbarth, Patrick Lindmeyer, Christopher Topfmeyer, Sven Peter, Jens Kahnert

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