Verdient, aber unglücklich

…hat unser TSV auch das vierte Saisonspiel in Folge knapp und wiederholt in letzter Minute verloren. Beim VfL Resse 08 unterlag die Reiprich-Elf in einer turbulenten Partie mit 3:4. Der entscheidende Treffer für die Gastgeber resultierte aus einem unberechtigten Handelfmeter, zudem verloren wir Doppel-Torschütze Christian Kulik nach einer ebenso fragwürdigen Roten Karte. Und um diesen erfolglosen Fußball-Sonntag rund zu machen: Der TSV II ging 1:8 beim BV Rentfort III unter.

Kreisliga B1, 24. Spieltag

VfL Resse 08 – TSV 4:3 (2:2)

Gleich vorweg: Wir wollen hier nicht großartig lamentieren oder die Schuld für die vierte Niederlage in Folge etwa auf andere abwälzen. Dafür war vor allem die Defensivleistung des TSV über die gesamte Spieldauer hinweg eine einzige Katastrophe. Ein Zitat eines Mitspielers nach Schlusspfiff bringt es auf den Punkt: „Gut, dass wir schon 40 Punkte haben.“ Denn ganz im Ernst: In der derzeitigen Verfassung hat es der TSV momentan schwer, selbst gegen Teams aus der Abstiegszone zu punkten. So auch im Resser Emscherbruch bei perfekten äußeren Bedingungen, ein nicht ganz so perfekter Rasenplatz inklusive.

Wir haben es einleitend erwähnt: Vor allem die Hintermannschaft des TSV erwischte an diesem Sonntag einen rabenschwarzen Tag. Weder Zuordnung, noch Zweikampfverhalten stimmten, und das von Beginn an. Da waren wir in der katastrophalen Anfangsphase mit nur einem Gegentreffer noch sehr gut bedient: Nach einer Ecke verloren wir den zweiten Ball, Hendrik Ritzenhoff staubte aus kurzer Distanz zum 1:0 für den VfL ab (5.). Wir hingegen fanden offensiv zunächst nur nach Einzelaktionen statt. Andreas Meyza schoss mit links knapp vorbei, besser zielte Stefan Grewer. Und wie! Unser Kapitän hämmerte das Leder aus gut 25 Metern unhaltbar für jeden Torwart des Planeten in den Giebel (27.).

Mit dem Tor kam das Selbstvertrauen zurück, das Zusammenspiel nach vorne wurde besser. Zunächst scheiterte Martin Jungnickel – heute auf der Spielmacher-Position eingesetzt – nach Vorarbeit von Tim Hemming aus kürzester Distanz am Keeper, dann bediente Hemming Torjäger Christian Kulik mit einem scharfen Flachpass – Tor! Doch lange währte die Freude nicht: Praktisch im Gegenzug ließen wir uns den Ausgleich einschenken (39.). Mit 2:2 wurden die Seiten getauscht.

Trotz mahnender Worte in der Pause gelang es uns aber leider nicht, die Löcher in der Hintermannschaft zu stopfen. Krasse Fehler im Spielaufbau taten ihr Übriges. Andreas Meyza und Johan Schneider verzettelten sich auf der rechten Seite, nach dem Ballverlust ging es schnell. Zwar rettete zunächst noch der Querbalken, doch der Nachschuss saß zum 2:3 aus unserer Sicht (47.). Also: Wieder anrennen. Schließlich wollten wir uns nicht nachsagen lassen, den Kellerkindern der Liga wehrlos die Punkte zu schenken. Und das Blatt schien sich zu wenden. Nach einem Freistoß von Stefan Grewer wuchtete Christian Kulik den Ball mit einem wunderbaren Kopfball ins Eck (68.). Kurz zuvor hatte unser Mittelstürmer schon getroffen, doch der Schiedsrichter erkannte den Treffer nicht an, obwohl der Ball mit vollem Umfang die Linie überschritten hatte, bevor der Torhüter klären konnte. Es sollte nicht die letzte fragwürdige Aktion des Unparteiischen gewesen sein.

Zumindest war der TSV nach dem 3:3 dem vierten Treffer deutlich näher, als die Gastgeber. Kulik prüfte noch zweimal den Torhüter, Bastian Echterhoff setzte einen schönen Seitfallzieher über das Tor. Dann, die letzte Aktion des Spiels: Wieder so ein unfassbarer Ballverlust von uns im Spielaufbau, ein VfL-Kicker ließ unseren Schlussmann rechts liegen, zielte aus spitzem Winkel aufs kurze Eck, wo aber Fabian Ebbing glücklicherweise auf der Linie gemeinsam mit dem Torpfosten klären konnte. Der Gegenangriff unserer Elf lief bereits, als plötzlich ein Pfiff ertönte. Aus über 70 Metern Entfernung wollte der rüstige Schiedsrichter Hans-Dieter Flach (Gelsenkirchen) ein Handspiel erkannt haben, wo keines war. Und wenn, dann muss er auch unseren Spieler gemäß der Regel mit Rot vom Platz schicken. Das nur am Rande. Wie auch immer: Das 4:3 per Elfmeter für Resse in der 90. Minute war ein schlechter Witz. Wenngleich die Niederlage aufgrund unserer schwachen Perfomance zuvor nicht unverdient war.

Doch die Krönung folgte nach Schlusspfiff: Christian Kulik sah die Rote Karte, da er dem Schiedsrichter die (zugegebenermaßen provokante) Frage stellte, ob er denn nun zufrieden sei. Das muss man nicht gut finden, aber auch nicht gleich mit einem totalen Feldverweis sanktionieren, der sicherlich eine Sperre nach sich ziehen wird. Müßig zu erwähnen, dass wir mit Tim Hemming einen weiteren Spieler heute verletzungsbedingt auswechseln mussten. Derzeit kommt halt alles zusammen beim TSV. In der Tat, es ist verdammt gut, dass wir schon 40 Punkte haben… .

TSV: Sauer - Ebbing - Meyza, H.Steinmann (54. Kuhlmann), Pyrzakowski - Grewer, Schneider (64. Echterhoff) - Kallinowski, Jungnickel, Hemming (66. Hönes) - Kulik

Tore: Hendrik Ritzenhoff (5.), 1:1 Stefan Grewer (27.), 1:2 Christian Kulik (38.), 2:2 Fabian Kampmann (39.), 3:2 Markus Kläsener (47.), 3:3 Christian Kulik (68.), 4:3 Tim Borkowitz (90., Handelfmeter)

Rote Karte: Christian Kulik (nach Spielende, Unsportlichkeit)

Kreisliga C1, 24. Spieltag

BV Rentfort III - TSV II 8:1 (3:0)

So schön der Kunstrasen dort auch sein mag, unsere Zweite Mannschaft hätte auf den Ausflug an die Rentforter Hegestraße im Nachhinein gerne verzichtet. Denn beim Aufstiegsaspiranten gab es eine herbe Packung für die Dieckmänner, die teilweise "viel zu ängstlich" agiert hätten. Zudem erwischte TSV-Keeper Daniel Bos nicht den besten Tag, so dass es für die Gastgeber relativ einfach war, ein hohes Ergebnis zu erzielen. "Nach dem fünften Gegentor war es vorbei mit unserer Gegenwehr", sah TSV-Coach Heiner Dieckmann wenig erbauliches von seiner Mannschaft an diesem Nachmittag. Bis auf eine Aktion: Bernd Deffner markierte sein erstes Tor im TSV-Trikot. Leider nur ein Ehrentreffer.

 

TSV II: Bos  - Deffner, Topfmeyer (55. Droste), Kahnert, Reimann, Lindmeyer, Hackbarth, Telljohann, Stappert, Jenke, Josten

 

Tore: 1:0/5:1 Nikolai Bastian (6./22.), 3:0 Rene Ewald (33.), 4:0 Dominik Poch (55.), 4:1 Bernd Deffner (57.), 6:1/7:1 Michael Heimann (73./80.), 8:1 Daniel Ihrig (88.)

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